Kirchliche (Ehren)Doktortitel
Der Begriff „kirchlicher Doktortitel“ wird häufig unscharf verwendet und führt dadurch zu Missverständnissen. Grundsätzlich muss man zwischen drei Kategorien unterscheiden: erstens regulären akademischen Doktorgraden in Theologie, die an kirchlichen oder staatlichen Hochschulen nach einem Studium erworben werden; zweitens echten Ehrendoktoraten (Dr. h.c.), die von verleiungsberechtigten kirchlichen Hochschulen als Auszeichnung vergeben werden; und drittens Titeln, die von "religiösen Organisationen" ohne Hochschulstatus stammen.
Nur die ersten beiden Kategorien bewegen sich im akademischen Raum. Entscheidend ist nicht die religiöse Prägung, sondern ob die verleihende Institution eine anerkannte Hochschule mit Promotions- oder Ehrenpromotionsrecht ist.
Unseriöse Angebote amerikanischer „Kirchen“
Ein besonderes Problem stellen zahlreiche Angebote aus den USA dar, die sich auf angebliche kirchliche Autorität berufen. Dort existieren viele „Churches“, „Ministries“ oder „Religious Institutes“, die gegen Zahlung Doktortitel oder Ehrendoktorate vergeben – oft ohne Studium, ohne akademisches Verfahren und ohne Hochschulstatus.
Diese Organisationen sind rechtlich meist einfache Vereine oder religiöse Körperschaften, keine Universitäten. Die verliehenen Titel haben keinen akademischen Charakter. In Deutschland dürfen solche Titel in der Regel nicht geführt werden, auch dann nicht, wenn sie religiös begründet werden. Genau hier entsteht häufig der Irrtum, kirchlich bedeute automatisch legitim.
Gekaufte Doktortitel dürfen in Deutschland grundsätzlich nicht geführt werden, weil die Führung akademischer Grade und Titel durch die Landeshochschulgesetze und ergänzende Vorschriften streng geregelt ist. Ein Doktortitel darf nur dann geführt werden, wenn er ordnungsgemäß von einer staatlich anerkannten Hochschule oder einer gleichgestellten Institution verliehen wurde. „Ordnungsgemäß“ bedeutet: auf Grundlage eines geregelten Verfahrens (Promotion oder Ehrenpromotion) und nicht gegen Entgelt, Vertrag oder Spende. Ein Titel, der gekauft, erkauft oder als Gegenleistung für Geld oder andere Vorteile vergeben wurde, erfüllt diese Voraussetzungen nicht – selbst dann nicht, wenn er formal wie ein Doktortitel aussieht.
Wie man seriöse von unseriösen kirchlichen Titeln trennt
Die Unterscheidung gelingt mit wenigen, aber konsequenten Prüfungen. Erstens: Ist die verleihende Stelle eine staatlich anerkannte oder akkreditierte Hochschule oder Universität mit Promotionsrecht – ja oder nein? Zweitens: Gibt es ein dokumentiertes akademisches Verfahren oder eine öffentliche Verleihung? Drittens: Ist klar geregelt, wie der Titel geführt werden darf?
Fehlt eine dieser Voraussetzungen, handelt es sich sehr wahrscheinlich nicht um einen akademisch relevanten (Ehren-)Doktortitel. Besonders bei Angeboten aus dem angelsächsischen Raum ist Vorsicht geboten, da dort religiöse Organisationen rechtlich sehr leicht Titel vergeben können, ohne dass dies akademische Bedeutung hat.
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